Ist Case Management oder Fallmanagement das Ende der eigenständigen Hilfeorganisationen? Steuern wir geradewegs auf das Zeitalter der "Hilfeportale" zu, in dem sich die Klienten organisationsunabhängig die Teilangebote einsammeln, die sie gerade brauchen und wo die Ladenhüter regelmäßig aussortiert werden? Case Management als prinzipiell nachfrageorientierte Perspektive verdrängt die Einrichtungen, die Methoden und Disziplinen der Sozialarbeit in die zweite Reihe& und setzt die Klienten in die erste. Dass sich vor allem die Kostenträger diese Sichtweise zu Eigen gemacht haben, hat natürlich auch etwas mit dem Bestreben zu tun, die Kosten zu senken. Case Management bietet aber auch eine gute Möglichkeit die Angebotslandschaft zu steuern und weiter zu entwickeln. Wie soll man sich nun verhalten, wenn alle über Case Management reden aber noch fast nirgendwo Case Management umgesetzt wird. Soll man mutig voranschreiten und die Organisationen umbauen? Oder doch lieber warten bis die Vorgaben vom Kostenträger kommen? Was muss man wissen, um proaktiv mit den Veränderungen umzugehen? Schon jetzt ist klar, dass nur eine qualitativ gute Fallarbeit und eine konsequente hilfeplanerische Dokumentation die Beteiligten in die Lage versetzen wird, bei der Bestimmung der strategischen Ziele im Rahmen des Case Managements zusammen zu arbeiten. Meine Veranstaltungen zum Case Management (an dieser Stelle veröffentliche ich immer wechselnde Ausschnitte aus meinen Präsentationen, manche können leider nur im Internet Explorer korrekt angezeigt werden: Linking - Monitoring / Kompetenzen und Aufgaben der Pflegestützpunkte) bieten die Möglichkeit den neuen Hilfeansatz und seine Wirkungen zu verstehen. Case Management dient
  zur Organisation und Koordination in komplexen und "chronifizierten"   Fällen
  zum Umbau der Angebotsstrukturen mit dem Ziel integrierter Hilfen
  als systematisierter und transparenter Hilfeablauf um Schnittstellenarbeit   zu fördern und Bedarfslagen im Sinne der Systemsteuerung auszuwerten.
 
Als zertifizierter Case Management-Ausbilder habe ich den letzten Jahren viel Erfahrung gesammelt, was mit diesem Ansatz möglich ist. Mittlerweile ist dieser Teil meiner selbständigen Existenz der weitaus größte geworden und ich freue mich, dass sich mein Engagement nun auch in recht vielen Aufträgen bezahlt macht. Die Mitarbeit in mehreren anerkannten Instituten (Weingarten, Freiburg und Heppenheim) betreibe ich nun schon im vierten Jahr und - das finde ich besonders spannend - immer häufiger arbeite ich auch mit Einrichtungen zusammen, die ihre Arbeit auf Case Management umstellen. Als Mitherausgeber der Fachzeitschrift "Case Management" bin ich mittlerweile immer nah an den Entwicklungen in diesem Bereich dran und ich bin mir sicher, da folgt noch einiges...